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Portrait

Wislikofen stellt sich vor...

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Bevölkerungszahl: 357 (Stand 31. Dez. 2016)
Höhe: 349 m ü. M.
Fläche: 375 ha, davon Wald: 135 ha
Steuerfuss: 110%
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Wislikofen im landschaftlich reizvollen Studenland liegt am Lauf des Tägerbaches. Die Gemeinde ist durch den Kalkriegel des „Kessel“ abgetrennt vom Rheintal. Sie ist noch stark geprägt von der Landwirtschaft, obschon ein grosser Teil der Einwohner auswärts in Industrie- und Dienstleistungsbetrieben Verdienst findet. Das herkömmliche Gewerbe ist merklich geschrumpft. Nach wie vor findet man aber den Huf- und Wagenschmied – der sich allerdings auf Sanitär- und Heizungsinstallationen hat verlegen müssen, den Bildhauer, den Tiefbau-unternehmer, den Landmaschinenmechaniker, den Transportunternehmer und ein Baugeschäft. Das Restaurant „Klosterstübli“ wird von Einheimischen und Fremden als Treffpunkt geschätzt. Eine Autoreparaturwerkstatt, ein Betrieb für Elektronikapparatebau und ein Ingenieurbüro für Förder und Entsorgungstechnik runden das Bild des neueren Gewerbes ab. Weiter hat mit dem "Haus Goldenbühl" ein kleines, familiär geführtes Heim für Jugendliche mit geistigen und körperlichen Behinderungen seien Platz am Rand des Dorfes.

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Wenn auch in den organisch gewachsenen Dörfern Wislikofen und Mellstorf die Häuser und Landwirtschaftsbetriebe gleichsam noch zueinander in Tuchfühlung sind, so hat sich – etwas abseits – in den Gebieten Gerstäcker und Rebhalde ein „Neu-Wislikofen“ gebildet. Daneben fallen die Siedlungshöfe auf, die zuvor im Rahmen der Güterregulierung entstanden waren. Sie sind zusammen mit den Gehöften Mühlebach und Goldenbühl sowie dem Ebnehof die bewohnten Aussenposten im Gemeindebann.
Ob Höfe oder Einfamilienhäuser am Sonnenhang – Die Bautätigkeit im Dorf hat zu einem allmählichen Bevölkerungswachstum geführt. Teils sind es junge Leute aus dem Dorf, die dank eines Eigenheimes bleiben konnten, wo sie ihre Wurzeln haben, teils sind es Zuzüger, die sich grösstenteils bemühen, mit der angestammten Bevölkerung in Kontakt zu kommen oder dieser gar neue Impulse zu geben.

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Blendet man in die Vergangenheit von Wislikofen zurück, kann man dies bis in erdgeschichtliche Zeiträume tun. Die Risseiszeit – die zweitletzte Spanne, in der grosse Teile der Schweiz von Gletschern bedeckt waren, hat mit dem Moränenwall auf dem Gweslig ein Andenken hinterlassen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wislikofen im Jahr 1107, als Adelbero de Wiscilinchoven in der Ostschweiz bei der Vergabe eines Grundstückes an das Schaffhauser Kloster Allerheiligen zugegen war. Die weitere Geschichte des Dorfes ist eng mit der Propstei verbunden, die im Tal einen Schwerpunkt und Blickfang setzt. Am 27. Dezember 1113 war in Wislikofen eine „cella“ mit Landbesitz durch die Gebrüder und eine Gemahlin der Edlen von Waldhusen dem Kloster St. Blasien im Schwarzwald geschenkt worden. Dies war der Ausgangspunkt für die Propstei, die nachmals als Zufluchtstätte für die Benediktinermönche zu einer wechselvollen Geschichte kam. Das Gebäude zerfiel seit dem 19. Jahrhundert zusehends und war in weiten Teilen eine Ruine, als es endlich gelang, mit einem Bildungszentrum für die Römisch-Katholische Landeskirche eine neue Zweckbestimmung zu finden, die Anlage zu sanieren und in einzelnen Bereichen neu aufzubauen. 1976 konnte das Zentrum eingeweiht werden, das wieder ein gutes Stück benediktinsichen Gedankengutes in das Gemäuer zurückgebracht hat.

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Seit dem 1. Januar 1899 gehört Mellstorf, das bis dahin eine eigene Gemeinde gewesen war, zu Wislikofen. Die Häuser von Mellstorf gruppieren sich um die Kapelle mit dem bekannten Rosenkranzaltar von Johann Friedrich Buol und um die ehemalige Trotte. Wenn auch in Mellstorf die Zeit keineswegs stillgestanden ist, so wurde es doch weniger stark von der Bautätigkeit erfasst als Wislikofen. Noch heute fühlen sich die Bewohner zuerst als Mellstorfer und erst dann als Wislikofer. Sie sind auch noch sehr ihrem Kapellen-Patron, dem heiligen Sebastian, in Verehrung zugetan.
Die Bevölkerung von Wislikofen und Mellstorf ist mehrheitlich katholisch. Der Zuzug hat nun aber doch zu einer gewissen Durchmischung geführt. 1857 wurde Rümikon, das zuvor nach Schneisingen kirchgenössig war, der Kirchgemeinde Wislikofen angegliedert. Der Priestermangel hatte 1974 zur Bildung eines Pfarreienverbandes geführt, der heute fünf Kirchgemeinden umfasst. Die reformierten Christen gehören zur Kirchgemeinde Zurzach.

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Eigentliche Zentrumsfunktionen haben in Wislikofen die Propstei, die sich immer wieder mit gewissen Angeboten zur Gemeinde hin öffnet, und das Schulhaus mit der Mehrzweckhalle, die 1989 eingeweiht werden konnte. Ohne dass sich zu Kirchenchor, Samariterverein, Schützengesellschaft, Jodlerklub, Frauen- und Müttergemeinschaft und dem Landfrauenverein auch ein Turnverein gesellt hätte, wird eine vielfältige, sportliche Tätigkeit entfaltet, die nicht nur der Gesundheit förderlich ist, sondern auch die Dorfgemeinschaft stärker zu kitten vermag. Es wurde eine Jugendriege, ein Uni-Hockeyclub und auch ein Run + Bike Team Studenland gegründet. In der Gemeinde Wislikofen werden Kindergarten und zwei Schulabteilungen geführt. Danach hat die Dorfjugend die Möglichkeit, die Realschulen in Kaiserstuhl und Lengnau, die Sekundarschulen in Rekingen und Zurzach, die Bezirksschulen in Kaiserstuhl und Zurzach sowie die Kantonsschulen in Baden und Wettingen zu besuchen.

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Wislikofen kann und will sich nicht in allem selber genügen: Die Gemeinde macht beispielsweise bei der Spitex Studenland und dem Regionalen Altersleitbild Surbtal Studenland, bei der Zivilschutzorganisation Belchen, bei der Gemeinschafts-Schiessanlage Wolfhag in Siglistorf, beim Abwasserverband Zurzach und bei weiteren regionalen Einrichtungen mit. Seit dem 01. Januar 2000 wird die Gemeindeverwaltung zusammen mit den Gemeinden Baldingen, Böbikon, Mellikon und Rümikon im Gemeindeverband Verwaltung 2000 geführt. Die Aufgaben der Verwaltung konnten so teilweise neu zusammengefasst oder aufgeteilt werden. Dieses Mitmachen über den eigenen Zaun hinaus soll den Versuch veranschaulichen, Eigenständigkeit mit Offenheit zu verbinden.

Text von Hansueli Fischer aus dem Buch „Die Aargauer Gemeinden“

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